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Neuer Stolperstein für Adele Gottschalk verlegt
Neuer Stolperstein für Adele Gottschalk verlegt
Dienstag, 6. Oktober 2026
Am Dienstag wurde ein neuer Stolperstein für Adele Gottschalk, geborene Weil, verlegt. Er befindet sich an der Konrad-Adenauer-Straße 240. Zudem wurden fünf durch Baumaßnahmen beschädigte Stolpersteine an den Hausnummern 142 und 156 erneuert.
Die Verlegung begann mit einer gemeinsamen Zusammenkunft auf dem Marktplatz. Die Initiative Erinnern Geilenkirchen hatte den Tag zusammen mit Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen vorbereitet. Das Berufskolleg Ernährung, Soziales, Technik übernahm die Patenschaft für den neuen Stein.
„Einen sichtbaren Platz in unserer Stadt erhalten“
Bürgermeister Armin Leon dankte der Initiative für ihre beharrliche Arbeit: „Sie forscht nach, hält Kontakt, organisiert und sorgt dafür, dass Menschen, deren Spuren fast verloren gegangen wären, wieder einen sichtbaren Platz in unserer Stadt erhalten.“ Auch den beteiligten Schulen und allen weiteren Mitwirkenden sprach er seinen Dank aus.
In seiner Ansprache verband Leon die Erinnerung mit einem klaren Bekenntnis zur Demokratie. Die Stolpersteine seien ein wichtiger Baustein der Erinnerungskultur und des „Nie wieder!“. „Unsere freiheitliche demokratische Grundordnung beginnt mit der unantastbaren Würde jedes Menschen. Wenn Menschen ausgegrenzt oder angefeindet werden, dürfen wir nicht schweigen. Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben in Geilenkirchen keinen Platz“, sagte der Bürgermeister.
Der Blick nach Heidenau
Mit Blick auf den Beschluss des Stadtrats in Heidenau, weitere Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich abzulehnen, stellte Leon auch die Verantwortung demokratischer Parteien heraus. Er fragte, wie es zum Anspruch einer demokratischen Partei passe, bei der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gemeinsam mit Vertretern der AfD eine Form des öffentlichen Gedenkens auszuschließen. Zugleich verwies er darauf, dass die sächsische CDU diesen pauschalen Ausschluss nach dem Beschluss selbst als falschen Weg bezeichnet habe.
„Die Namen auf den Steinen gehören zu Menschen, die Teil unserer Städte waren. Ihnen geben wir heute Raum – und wir nehmen die Verantwortung, die daraus erwächst, mit in unseren Alltag“, so Leon.
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